Was sind Keywords? » KW-Typen im Überblick
Keywords sind ein wichtiger Schlüssel für viele Website-Texte. Denn sie zeigen dir, wonach deine Leser oder Kunden suchen, welche Themen sie interessieren und welche Probleme sie beschäftigen. So einfach das klingt, so schwierig kann der richtige Umgang mit Keywords in der Praxis werden.
Aktualisiert: August 2026
Definition Keyword
Ein Keyword – zu Deutsch „Schlüsselwort“ – ist vereinfacht gesagt ein Suchbegriff oder eine Wortgruppe, die für eine Suchanfrage relevant ist. In der SEO helfen Keywords dabei, zu verstehen, wonach Menschen suchen und welche Themen eine Seite abdecken sollte.
Gibst du etwas bei Google oder einer anderen Suchmaschine ein, sucht sie passende Inhalte aus ihrem Index und stellt daraus die Suchergebnisse (SERPs) zusammen.
Dabei muss eine Seite längst nicht mehr exakt dieselben Wörter enthalten wie die Suchanfrage. Suchmaschinen können Zusammenhänge, Varianten und Bedeutungen deutlich besser einordnen als früher.
Keywords bleiben trotzdem wichtig: Sie geben dir Hinweise darauf, worum es bei einer Suche geht.
Mehr erfahren » Keyword-Recherche: die richtigen Begriffe finden
Welche Keyword-Arten gibt es?
Keywords lassen sich auf verschiedene Arten einteilen. Besonders interessant ist die Suchintention: Was möchte jemand erreichen, wenn er einen Begriff bei Google eingibt?
Die Grenzen sind dabei nicht messerscharf. Ein Keyword kann durchaus in mehrere Kategorien passen. Die Begriffe sind vor allem praktische SEO-Kategorien – keine offizielle Google-Taxonomie.
Money Keywords oder kommerzielle Keywords
Hier geht es darum, dass der User etwas kaufen möchte oder sich für Angebote interessiert. Dazu gehören z. B. typische Phrasen wie „Handtasche kaufen“, „Auto günstig“, „Preise Texter München“ oder „Sportbekleidung Shop“.
Auch Begriffe wie „beste“, „Kosten“, „Anbieter“, „Vergleich“ oder „Test“ können auf kommerzielles Interesse hinweisen.
Brand Keywords
Brand Keywords enthalten den Namen einer bestimmten Marke, eines Unternehmens oder Produkts. Zum Beispiel: „Apple iPhone“, „Check24“, „Adobe Photoshop“, „Löwen-Text SEO“.
Sie spielen nicht nur bei Anzeigen eine Rolle. Auch organisch sind Brand-Suchen interessant – schließlich möchte jemand hier ganz gezielt etwas über eine bestimmte Marke wissen oder zu ihr navigieren.
Compound Keywords
Der Begriff „Compound-Keyword“ wird teilweise für Suchbegriffe verwendet, die mehrere Merkmale kombinieren, etwa Marke und Kaufabsicht: „Apple iPhone günstig kaufen“ oder „BMW gebraucht kaufen“.
Für die praktische SEO-Arbeit ist allerdings weniger wichtig, wie das Kind heißt. Spannender ist die Frage: Was möchte der Suchende mit dieser Kombination erreichen?
Transactional Keywords
Transaktionale Suchanfragen zielen auf eine konkrete Handlung. Das muss nicht immer ein Kauf sein. Auch Downloads, Anmeldungen, Buchungen oder andere Aktionen gehören dazu. Beispiele: „Fotoprogramm downloaden“, „Studie herunterladen“, „Newsletter anmelden“, „Hotel München buchen“.
Kommerzielle und transaktionale Suchintention überschneiden sich deshalb häufig.
Informational Keywords
Hier will jemand vor allem etwas wissen. Gesucht werden Antworten, Erklärungen, Anleitungen, Erfahrungen oder Lösungen für ein Problem. Typische W-Fragen sind: wie, was, warum, wer, wo.
Aber nicht jede Informationssuche beginnt mit einem Fragewort. Auch Suchanfragen wie „Schrank montieren“, „Textilien Herstellung“ und „Symptome Heuschnupfen“ können einen klar informationalen Charakter haben.
Navigational Keywords
Mit navigationalen Suchanfragen möchte jemand zu einer bestimmten Website, Marke oder Unterseite gelangen. Statt sich durch eine Navigation zu klicken, wird einfach Google benutzt. Zum Beispiel: „Amazon Login“, „LinkedIn Tamara Niebler“, „Sparkasse Online Banking“.
Kein Witz: Google dient für viele Menschen längst auch als zweite Website-Navigation.
Aktuelle oder zeitkritische Suchanfragen
Manche Suchanfragen leben von Aktualität. Bei „Wetter Stuttgart“ möchtest du vermutlich nicht wissen, wie das Wetter vor drei Wochen war. Ähnliches gilt für:
Wahlergebnisse
Sportergebnisse
aktuelle politische Entwicklungen
Börsenkurse
Veranstaltungen
Öffnungszeiten
Dafür wird manchmal der Begriff „Topical Keywords“ verwendet. Ich würde daraus allerdings keine starre Keyword-Klasse machen. Entscheidend ist vielmehr: Wie wichtig ist Aktualität für die jeweilige Suchanfrage?
Local Keywords
Local Keywords enthalten einen regionalen Bezug oder lösen aufgrund des Standorts lokale Ergebnisse aus. Zum Beispiel:
„Hotel München“
„Restaurant in meiner Nähe“
„Autowerkstatt“
Interessant: Der Ort muss nicht einmal ausdrücklich in der Suchanfrage stehen. Bei vielen lokalen Suchen berücksichtigt Google den Standort des Nutzers und zeigt passende Ergebnisse in der Umgebung.
Mehr dazu » regionale Suchmaschinenoptimierung
Keyword-Typen verstehen
Und was bringt dir das Ganze? Vor allem hilft es dir zu verstehen, warum jemand überhaupt sucht. Zwei Keywords können thematisch ähnlich aussehen und trotzdem eine völlig andere Seite verlangen.
Wer „Was ist SEO?“ sucht, möchte erst einmal verstehen.
Wer „SEO-Beratung Preise“ eingibt, ist schon deutlich näher an einem Anbieter.
Und wer „Löwen-Text SEO Kontakt“ sucht, weiß vermutlich ziemlich genau, wohin er möchte.
Für deine Website bedeutet das: Entscheide nicht nur, für welches Keyword eine Seite relevant sein soll. Prüfe auch, welche Frage oder Aufgabe hinter der Suche steckt.
Eine gute Keyword-Liste ohne Suchintention ist ungefähr so hilfreich wie eine Einkaufsliste, ohne zu wissen, was du kochen willst.
Was sind Short-Tail Keywords?
Short-Tail oder Short-Head-Keywords sind kurze, eher allgemeine Suchbegriffe.
Zum Beispiel:
„Jacke“
„Energydrink“
„Husten“
„SEO“
Sie haben häufig ein relativ hohes Suchvolumen. Gleichzeitig ist die Suchintention oft unscharf. Wer nach „Husten“ sucht, könnte Symptome verstehen, Medikamente suchen, Hausmittel wollen oder sich über Ursachen informieren.
Genau deshalb sind hohe Suchvolumina nicht automatisch ein Grund, sich auf ein Keyword zu stürzen.
Long-Tail Keywords
Weniger gesucht, oft ziemlich spezifisch
Long-Tail-Keywords sind Suchanfragen mit vergleichsweise geringem individuellem Suchvolumen. Häufig sind sie länger und spezifischer – daher kommt aber nicht ihr Name. Der „Long Tail“ bezeichnet den langen Schwanz der Suchnachfrage. Typische Beispiele können sein:
„Mandelbrot ohne Ei selber machen.“
„Schnupfen in der Schwangerschaft Medikamente“
„Damenhandtasche Ethnomuster Fransen“
„brauner Kleiderschrank aus Deutschland“
Dafür verraten sie oft deutlich mehr darüber, was jemand tatsächlich wissen oder finden möchte.
Entscheidend ist: Long Tail bedeutet nicht automatisch leichtes Ranking.
Auch sehr spezifische Keywords können umkämpft sein – und kurze Keywords können in einer Nische durchaus leichter erreichbar sein. Suchvolumen, Konkurrenz, Suchintention und die eigene Website sollten immer zusammen betrachtet werden.
Short- oder Long-Tail-Keyword Strategie
Was ist besser?
Wie so oft: Es kommt darauf an. Short-Tail Keywords können große Themenfelder abbilden, sind aber häufig breit und konkurrenzstark. Long-Tails sind spezifischer und zeigen oft eine klarere Suchintention. Dafür wird nach jedem einzelnen Begriff weniger häufig gesucht.
Eine Website braucht deshalb nicht krampfhaft „Short Tail hier, Long Tail dort“.
Vielmehr steht im Vordergrund: Welche Suchanfragen passen zu welcher Seite?
Mehr erfahren » Suchmaschinen-Empathie: Was deine Kunden wirklich fragen
Eine Startseite kann beispielsweise ein breiteres Thema bedienen. Eine spezialisierte Leistungsseite, ein Ratgeber oder ein Fachartikel kann deutlich konkreter werden.
Und viele Long-Tail-Suchen musst du überhaupt nicht einzeln planen.
Ein guter Artikel kann für zahlreiche spezifische Suchanfragen sichtbar werden, wenn er das Thema umfassend und verständlich behandelt.
Was sind URL-Keywords?
Eigentlich keine eigene Keyword-Art. Der Begriff beschreibt lediglich Keywords, die in einer URL vorkommen. Eine alte SEO-Regel lautet: Das Hauptkeyword muss unbedingt in die URL. So streng würde ich das nicht sehen. Eine kurze, verständliche URL ist vor allem für Menschen praktisch. Sie sollte erkennen lassen, worum es auf der Seite geht.
Also lieber: /blog/keywords – als: /blog/artikel-923847-neu-final-v2
Wenn sich ein relevanter Begriff natürlich in der URL ergibt: prima. Aber eine funktionierende URL nachträglich umzubauen, nur um ein Keyword hineinzupressen? Dafür braucht es einen besseren Grund.
Was sind generische Keywords?
Generische Keywords sind sehr breite Begriffe, aus denen sich die konkrete Suchabsicht nur schwer ableiten lässt. Zum Beispiel: „Tier“ – Was möchte jemand hier genau?
eine Tierart bestimmen?
ein Haustier kaufen?
Tierfutter finden?
etwas über Tiere lernen?
Bilder anschauen?
Das Keyword allein verrät wenig. Erst durch weitere Wörter oder den Suchkontext wird es genauer: „Tierarzt München“, „Tierbedarf kaufen“, „welches Tier passt zu mir“.
Genau deshalb ist ein großes Suchvolumen bei generischen Begriffen oft weniger aufregend, als es zunächst aussieht.
Was ist ein Fokus Keyword?
Das Fokus Keyword ist der Begriff, der das zentrale Suchthema einer Seite am besten beschreibt. Früher wurde daraus gern eine eiserne Regel gemacht:
Eine Seite = ein Hauptkeyword. So einfach funktioniert moderne SEO nicht. Eine Seite kann für mehrere eng verwandte Suchanfragen relevant sein, wenn sie dieselbe Suchintention und dasselbe Thema bedienen. Angenommen, du bist Arzt in Karlsruhe. Dann könnten Begriffe wie:
„Arzt Karlsruhe“
„Hausarzt Karlsruhe“
„Allgemeinmediziner Karlsruhe“
Je nach Angebot und Suchergebnissen durchaus auf dieselbe Seite passen.
Anders sieht es aus, wenn sich hinter den Keywords unterschiedliche Themen oder Erwartungen verstecken. Dann können getrennte Seiten sinnvoller sein.
Das Fokus Keyword bleibt als Arbeitsbegriff praktisch: Es hilft dir, den Schwerpunkt einer Seite nicht aus den Augen zu verlieren.
Wo sollte das Fokus Keyword stehen?
An wichtigen Stellen darf der zentrale Suchbegriff natürlich vorkommen – zum Beispiel:
im SEO Seitentitel (alias Title Tag)
in der Hauptüberschrift
im Text
gegebenenfalls in passenden Zwischenüberschriften
Aber bitte nicht nach Strichliste. Google selbst empfiehlt, Begriffe zu verwenden, mit denen Menschen nach einem Inhalt suchen würden, und sie an prominenten, sinnvollen Stellen einzusetzen. Das ist etwas anderes als „Keyword fünfmal nennen und zweimal fett machen“.
Auch in der Meta-Description kann ein relevanter Suchbegriff sinnvoll sein, wenn er den Seiteninhalt natürlich beschreibt. Für das Ranking ist das kein Muss. Die Description soll vor allem treffend beschreiben, was den Leser auf der Seite erwartet.
Beim ALT-Text gilt dagegen eine andere Regel: Beschreibe das Bild. Wenn das Keyword dabei sinnvoll vorkommt: wunderbar. Wenn nicht, lass es draußen. Alt-Texte sind in erster Linie für Bildverständnis und Barrierefreiheit gedacht – keine versteckte Keyword-Schublade. » Bilder-SEO
Was sind Proof Keywords?
Der Begriff Proof Keywords stammt aus einer älteren SEO-Logik. Gemeint sind thematisch verwandte Begriffe, die rund um ein Hauptthema häufig vorkommen. Wenn du über Brotbackautomaten schreibst, können zum Beispiel Begriffe wie „Backform“, „Bräunungsgrad“, „Gewicht“, „Teig“ und „Backprogramm“ zum Thema gehören. Das Prinzip dahinter ist nicht völlig unsinnig. Natürlich gehört zu einem guten Fachtext ein passender Wortschatz.
Problematisch wird es nur, wenn daraus eine Checkliste wird: Tool sagt „Backform“ – also muss „Backform“ in den Text. So funktioniert Sprache nicht.
Wie verwandte Begriffe finden?
Du kannst dafür Wettbewerbs- oder WDF*IDF-Tools nutzen. Sie können dir zeigen, welche Begriffe in vergleichbaren Dokumenten auffällig bzw. charakteristisch häufig vorkommen. Das kann Hinweise liefern. Mehr aber auch nicht.
Prüfe immer:
Passt der Begriff wirklich zu deinem Thema?
Braucht der Leser diese Information?
Fehlt vielleicht ein wichtiger Aspekt, obwohl das Tool ihn gar nicht nennt?
Tools vergleichen Texte. Denken musst du weiterhin selbst. Oft entstehen relevante Nebenbegriffe ohnehin automatisch, wenn jemand ein Thema wirklich verstanden hat und gründlich erklärt.
Das klingt weniger spektakulär als eine Formel.
Funktioniert beim Schreiben aber erstaunlich gut.
Was ist die Keyword-Density?
Wieder so ein oller Begriff aus der SEO-Steinzeit. Ich mach’s kurz und schmerzlos: Die Keyword-Density oder Keyworddichte beschreibt, wie häufig ein Keyword im Verhältnis zur Gesamtzahl der Wörter vorkommt.
Beispiel: Ein Begriff erscheint dreimal in einem Text mit 100 Wörtern – macht 3 % Keyworddichte. Früher kursierten dafür allerlei angeblich ideale Prozentwerte. 3 %. 4 %. Manchmal noch genauer. Nur: Sprache funktioniert nicht nach Rezept.
Mehr erfahren » Semantik SEO: Denkst du schon oder rechnest du noch?
Google warnt ausdrücklich davor, Keywords so häufig zu wiederholen, dass ein Text unnatürlich wirkt. Genau das fällt unter Keyword-Stuffing.
Meiner Erfahrung nach kannst du die Keyword-Density deshalb ziemlich entspannt vergessen. Nutze relevante Begriffe dort, wo sie passen. Schreibe verständlich über dein Thema. Decke die Fragen ab, die dafür wirklich wichtig sind.
Wenn du nach dem Schreiben erst mit dem Taschenrechner zählen musst, ob dein Keyword oft genug vorkommt, ist vermutlich schon vorher etwas schiefgelaufen.
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Fazit: Was sind Keywords?
Keywords sind nach wie vor ein wichtiger Teil der Suchmaschinenoptimierung. Aber ihre Rolle hat sich verändert. Es geht längst nicht mehr darum, einen einzelnen Begriff möglichst oft auf einer Seite unterzubringen. Keywords helfen dir vielmehr, zu erkennen:
wonach Menschen suchen
welche Sprache sie dabei verwenden
welche Fragen hinter einer Suche stecken
welche Themen auf eine Seite gehören
und wo unterschiedliche Suchintentionen vielleicht unterschiedliche Seiten brauchen
Google und andere Suchmaschinen können Themen, Zusammenhänge und unterschiedliche Formulierungen heute wesentlich besser einordnen als früher. Das macht Keywords nicht überflüssig. Es macht den Umgang mit ihnen nur etwas erwachsener.
Keyword finden, fünfmal einbauen, fertig? – War mal vor langer, langer Zeit. Heute beginnt die spannendere Arbeit danach.
Mehr erfahren » Digitaler SEO-Humanismus – Warum SEO 2026 eine Seele braucht